Welche Rolle spielt Talent beim Musikmachen? - MiSchyMusic Unterricht

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Wie werde ich ein guter Musiker ?
Talent oder Transpiration ?

W.A. Mozart, das "Supertalent"

Ruf und Realität


„Super-Talent“, „Genie“, „Hochbegabung“
- mit solchen Worten wird in der Presse und anderen Medien gerne gearbeitet. Diese Schlagworte suggerieren: hier hat jemand eine von Gott gegebene, angeborene Gabe und diese Gabe allein ermöglicht die außergewöhnlichen Leistungen, die dieser Mensch erbringt.


Aber ist das wirklich so ?

Stand der Wissenschaft: uneinig


Nach augenblicklichem Stand teilt sich das Lager der Wissenschaftler in „Begabungs-Befürworter“ und „Begabungs-Kritiker“. Die Wissenschaft ist sich also nicht einig, ob es so was wie "Begabung" überhaupt gibt.


These: "Begabung" wird überschätzt

Meiner Meinung nach wird das „Begabt-Sein“ in der allgemeinen Wahrnehmung überschätzt. Ja es führt sogar teilweise zu der irrigen Annahme, einem Begabten fiele es grundsätzlich und immer leicht, ein Instrument zu erlernen. Das ist nicht so, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten:


Was steckt hinter dem Können „begabter“ Musiker ?


Mir selbst wurde als Kind oft eine hohe musikalische Begabung attestiert. Das war zwar immer ein tolles Kompliment, hätte mir aber überhaupt nichts genutzt: Begabung ist für sich genommen erst mal...nix !


Wären da in mir nicht auch eine gewisse Bereitschaft gewesen, etwas aus meiner Begabung zu machen, wäre ich heute immer noch "begabt" - aber es hätte sich nicht in etwas Reales, Greifbares, Messbares verwandelt.


Hinzu kam die Beharrlichkeit meines Vaters, der mich immer wieder motivierte, jeden Sonntag mit mir zusammen musizierte, (auch wenn mich das oft genervt hat), mich zu "seinem" Orchester mitnahm, mit mir Konzerte besuchte, in denen ich Vorbilder fand.


Erst alle diese Faktoren zusammen haben dazu geführt, das meine „Begabung“ zu einem konkreten "Können" ausgebildet werden konnte.

"Begabung" - in Zahlen ausgedrückt


(1) Ich habe sehr lange Zeit Musik-Unterricht bekommen, wenn ich alle Instrumente und Fächer zusammenrechne etwa 25 Jahre (!), das sind etwa 1000 Unterrichtsstunden.

(2) Wenn ich an jedem Tag dieser 25 Jahre nur 15 Minuten geübt habe, habe ich insgesamt
2281 Übungsstunden hinter mir !

(3) Dazu kommt, das ich seit meinem 9. Lebensjahr in Orchestern mitgespielt habe – das sind auch schon 31 Jahre lang jede Woche 1 ½ Stunden, macht noch mal
2418 Stunden am Instrument


Glaubst du nicht,
das du nach mindestens
5699
Übungsstunden
auch
ein recht passabler
Musiker wärst ?

Das wärst du mit Sicherheit – ob mehr begabt oder weniger spielt da kaum eine Rolle. Die fast esoterisch anmutende „gottgegebene Begabung“, die man braucht um ein guter Musiker zu werden, entpuppt sich bei näherer Betrachtung also als kaum etwas anderes als...


Geduld, Ausdauer und Durchhaltevermögen



Lese weiter, wie man diese Eigenschaften erwirbt !

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